Demenz – Erste Anzeigen und Ratschläge

Das Leben ist wie Zuckerwatte. Man bekommt es zunächst gar nicht mit, wenn ein Stückchen fehlt. Leider ist irgendwann nur noch der trockene Holzstab übrig. So beschreibt ein Demenz-Erkrankter seine Welt, die stückchenweise zerfällt.

Es heißt: Demenz ist eine schreckliche Erkrankung.

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Stimmt das? Ist Demenz wirklich so schrecklich? Auch wenn sich das Leben ändert und die Krankheit unaufhaltsam voranschreitet, empfinden Betroffene die Demenz nicht als Endstation. Sie nennen es den Beginn von etwas neuem.

 

Bei der Alzheimer Demenz sind also gar nicht so sehr die Betroffenen selbst unglücklich. Sie leiden eigentlich nur in der Anfangsphase der Erkrankung und fügen sich dann in ihr Schicksal. Sie entgleiten in eine andere, in ihre eigene Welt. Unglücklich sind vor allem die Angehörigen, die in die Therapie mit einbezogen werden müssen.

Wer die Diagnose Demenz hört, ist auf seinem Weg nicht allein. Mit Hilfe von Angehörigen und Medizinern kann man sich heute zur Reise von der äußeren Welt zu seiner persönlichen Welt im Inneren aufmachen. Mit jeder verlorenen Erinnerung an sein Leben gewinnt man neue Empfindungen und Erkenntnisse hinzu.

Das zunehmende Gespräch über die Krankheit ist auch ein Plädoyer für Achtsamkeit im Leben – mit oder ohne Demenz.

 

Die ersten Anzeichen von Demenz

Demenz macht sich anfangs oft durch einen Rückzug in die Einsamkeit bemerkbar. Das rührt daher, dass sich erste Einschränkungen in der Sprach-, Merk- und Organisationsfähigkeit zeigen. Dadurch ändert sich für die Betroffenen der Umgang mit ihrer Umgebung.

Zunehmend kann auch ein Gefühl der Überforderung aus dem Zwiespalt, weiterhin ein normales Leben zu führen ohne auf Hilfe angewiesen zu sein und der Erfahrung, genau daran zu scheitern, entstehen. Durch dieses Vermeiden dieser Situationen, diesen Rückzug aus dem sozialen Leben, wird beginnende Demenz oft mit einer Depression verwechselt.

 

Eines der häufigsten Anzeichen von Alzheimer ist der Gedächtnisverlust, im Besonderen das Vergessen von kürzlich erlernten Informationen. Andere Anzeichen beinhalten das Vergessen von wichtigen Daten oder Ereignissen, das ständige Wiederholen von Fragen, die wachsende Notwendigkeit von Gedächtnisstützen (z.B. Erinnerungsnotizen oder elektronische Geräte) oder benötigte Hilfe durch Familienmitglieder bei Tätigkeiten, die bisher eigenständig durchgeführt wurden.

Viele Menschen leiden unter Gedächtnisproblemen

Das bedeutet nicht, dass sie an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz leiden. Lesen Sie hier über 10 Warnzeichen und Symptome von Alzheimer:

https://www.alz.org/de/10-symptome-alzheimer-demenz.asp

 

Tipps vom Profi

Uli Zeller, engagierter Pfleger und Blogger schreibt regelmäßig über Demenz und Empfehlungen für Angehörige, die helfen, das Gedächtnis so lange als möglich fit zu halten. Hier finden Sie sicher hilfreiche Tipps, die Ihnen Mut spenden und Anregungen für die Beschäftigung mit Ihren Lieben geben:

https://die-pflegebibel.de/

 

Biografiearbeit

Besonders wichtig ist, die eigene Biografie zu sichern und persönliche Erinnerungen festzuhalten. Motivieren Sie Ihre Familie, Erinnerungen aus dem Alltag für Oma und Opa in einer altersgerechten App zu teilen: https://www.mykamabook.com/

Besprechen Sie alte Erinnerungen zeitgerecht mit Ihren Eltern und Großeltern. Genau diese Erinnerungen werden Ihren Lieben die Unsicherheit der Gedächtnislücken nehmen. Das persönliche Umfeld kann dem Betroffenen so nicht nur die Freude an einem Schwank aus ihrem Leben vermitteln, sondern auch mehr Halt geben.

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Aktivierung über Spiele

Gesellschaftsspiele, Denkspiele, Konzentrationsspiele, Wahrnehmungsspiele und Bewegungsspiele helfen der Aktivierung von Erinnerungen. Das fördert den gemeinsamen Austausch und vergessene Freuden können wieder entdeckt werden. Hier ein Buch-Tipp:

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Helfen Sie beim Erstellen einer Lebensverfügung

Autor Erich Schützendorf schlägt in seinem Buch „Meine Lebensverfügung für ein gepflegtes Alter“ vor, diese zu formulieren. Sie soll Antwort auf Fragen geben wie:

  • „Was soll passieren, wenn ich nicht mehr selbst bestimmen kann?“
  • „Welche Wünsche habe ich?“
  • „Wie soll man mit mir umgehen?“

Unterstützen Sie Ihr älteres Familienmitglied dabei, sich ‚rechtzeitig‘ Gedanken  zu machen, was er oder sie sich fürs Alter wünscht. Dadurch lernt man sich selber besser kennen. Wenn man mit seinen ausformulierten Wünschen pflegebedürftig wird, ist das der erste Schritt weg von einer standardisierten zu einer individuellen Pflege.

Werden Sie sich über die eigenen Wünsche bewusst und reden Sie mit Ihren Eltern oder Großeltern darüber. Helfen Sie dabei, die Wünsche Ihrer Lieben aufzuschreiben. Das ist ein guter erster Schritt.