Tipps für heisse Sommertage

Für Senioren und insbesondere für pflegebedürftige Menschen bedeuten heiße Sommertage große Strapazen. Der Kreislauf wird stark belastet und die Temperaturregulierung des Körpers wird aus dem Gleichgewicht gebracht. Leider lässt auch das Durstgefühl bei älteren Menschen oft nach. Die Folge: sie trinken nicht genug.

Es gibt auch andere Gründe, warum ältere Menschen eher weniger als ausreichend trinken: Angst vor dem Gang zur Toilette, Inkontinenz, Schluckstörungen, mangelndes Durstgefühl oder einfach, weil aufs Trinken vergessen.

 

Wie viel sollten ältere Menschen trinken?

Unabhängig vom Durstgefühl braucht der Körper auch im Alter zweieinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag. Dabei sollten alte Menschen etwa anderthalb Liter als Getränk zu sich nehmen. Der Rest ist in der Nahrung enthalten. Das kann man kontrollieren, indem man morgens die Trinkmenge in Sichtweite stellt.

Ob die tägliche Flüssigkeitsaufnahme ausreicht, lässt sich auch mit einem leichten Test herausfinden: Ist nach einem sanften Kniff in den Oberarm für längere Zeit eine tiefe Falte sichtbar, trinkt man zu wenig.

 

Wenig Trinken birgt ein hohes Gesundheitsrisiko

Das Gehirn ist besonders auf ausreichend Flüssigkeit angewiesen, sonst sind Desorientiertheit und Verwirrtheit die Folge. Außerdem verdickt sich das Blut – das ist besonders für Menschen mit Herzproblemen, Gefäßveränderungen, Stoffwechselerkrankungen oder einem hohen Risiko für einen Schlaganfall gefährlich.

 

Neben ausreichend Flüssigkeitszufuhr lassen sich Hitzerisiken für ältere Menschen so eindämmen:

Tipp 1: Einnahme von Medikamenten berücksichtigen

Einige Medikamente beeinflussen den Wasserhaushalt oder die Anpassungsfähigkeit des Körpers bei Hitze und erhöhen dadurch das Risiko einer Hitzeerschöpfung und eines Hitzschlags. Zu den Medikamenten, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, gehören unter anderem Entwässerungstabletten, Beruhigungstabletten und bestimmte Herzmedikamente.

Tipp 2: Wässriges Obst statt Wiener Schnitzel

Wassermelonen, Apfelmus, Joghurt, Buttermilch und andere flüssigkeitsreiche, erfrischende und wenig gesüßte Speisen bieten sich an. Als Hauptspeise sind leichte Gerichte wie Geflügel oder Fisch sinnvoll.

Tipp 3: Räume kühl halten

Räume sollten ausreichend belüftet und gekühlt sein. Pflegebedürftige Personen dürfen sich nicht in der Zugluft befinden. Räume sollten tagsüber mit Rollläden oder Vorhängen abgedunkelt werden.

Tipp 4: Kühlende Fußbäder und Kompressen

Kalte Fußbäder oder kühle Kompressen auf der Stirn helfen gegen Überhitzung. Auch Abreibungen mit einem lauwarmen oder leicht kühlen Waschlappen bringen Erleichterung.

Tipp 5: Infusionen gleichen mangelnde Flüssigkeitsaufnahme aus

Alte und pflegebedürftige Menschen, die kaum oder keine Flüssigkeit zu sich nehmen können, erhalten eine Infusion. Die Lippen und Mundschleimhaut des Pflegebedürftigen müssen regelmäßig mit einem feuchten Waschlappen befeuchtet werden.

Tipp 6: Ungenutzte Elektrogeräte ausschalten

Elektrogeräte wie Fernseher, Fön oder Lampen produzieren Wärme. An ohnehin schon heissen Tagen empfiehlt es sich, nur jene Geräte anzumachen, die auch wirklich im Moment gebraucht werden.

Tipp 7: „Wärmflasche“ on the rocks

Gerade nachts, wenn man schlafen möchte, sind heiße Temperaturen unerträglich. Schlafexperten erklären, dass gerade der Zeitpunkt des Einschlafens kritisch ist. Ist man erst einmal weggenickt, stört die Hitze nicht mehr. Als kühlende Erfrischung hilft eine Wärmflasche mit kaltem Wasser, die man zwischen die Oberschenkel klemmt. Die Kälte verteilt sich dann über das Blutbahnsystem gleichmäßig im ganzen Körper.

Wir runden unsere Tipps mit einer kulinarischer Empfehlung ab. Minze lässt sich leicht anpflanzen und sieht am Fensterbrett hübsch aus. Frische Minze in Wasser, Saft oder Tee unterstützt den Körper beim Kühlungsprozess. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!

 

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