Demenz – Virtual Reality bekämpft soziales Vergessen

Demenz spielerisch bekämpfen

Sind Virtual Reality-Brillen das neue Fotoalbum, mit dem Erinnerungen wieder lebendig werden? Moderne Technik erleichtert vieles in unserem Leben. Sie schafft auch Glücksmomente, die unser Leben bereichern. Das Ausprobieren von Innovationen im Alter bietet Lösungen auf Alltagsprobleme, wie soziale Isolation und Einsamkeit.

Was junge Technik der älteren Generation zu bieten hat

Hört man Begriffe wie „Virtual Reality“, „Oculus Rift“ oder „Datenhandschuh“, denkt man an Science Fiction, Zukunftstrends und vor allem an junge Menschen, die sich damit auskennen. Man denkt an Teenager, die im 3D-Raum Autorennen fahren oder das Schwert gegen eine Horde Monster schwingen. Aber Virtual Reality kann viel mehr.

Kartenspielen im Altenheim war gestern

Längst wird die Einrichtung von Wohnungen und Häusern virtuell geplant, Personal virtuell eingeschult oder Sicherheitstechnik in sicheren, simulierten Notfallsituationen getestet.

Wenn Virtual Reality so vielfältig eingesetzt werden kann, was kann diese Technologie Senioren bieten oder in der Altenpflege leisten?

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Virtual Reality hebt die Stimmung und hilft beim Atmen

Das Start-up-Unternehmen Anders VR aus Stuttgart bietet Krankenhäusern, Pflegeheimen und Rehakliniken ein VR-Set an, das ältere oder pflegebedürftige Menschen mental unterstützen soll. Die Anwender begeben sich mithilfe der VR-Brille in idyllische Landschaften – raus aus dem Krankenbett, raus aus Heimroutine und Pflegealltag. Sie spazieren durch einen Wald oder stehen auf einer bunten Blumenwiese. Zusätzlich gibt es über eine App die Möglichkeit, nach Anleitung Atem- oder sanfte Yoga-Übungen durchzuführen.


Virtuelle Realität als Ergänzung zur Psycho- und Physiotherapie

Ältere Menschen in Pflege sollen durch diese therapeutische Virtual Reality zu mehr Entspannung, Ruhe und Ablenkung finden. Die schönen Bilder und die ruhige Musik können die Stimmung heben und Stresshormone senken. Eine verbesserte Atmung und leichte Bewegungseinheiten tragen ebenfalls zum Wohlbefinden bei. In den Institutionen, in denen diese Technik bislang eingesetzt wird, äußern sich die Anwender überwiegend positiv.

Opa Karl fährt jetzt auch virtuell Motorrad

Dafür hat das Start-up-Unternehmen ‚RetroBrain’ gesorgt. Es hat eine Spielekonsole entwickelt, die für Demenzkranke und für körperlich eingeschränkte Menschen konzipiert wurde. Das bewegungsgesteuerte Videospiel soll das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Das Bewegungsspiel wurde bereits von zahlreichen Einrichtungen in den Alltag der Senioren integriert (z.B. Malteserstifte St. Johannes, St. Bonifatius und St. Josef).

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Die Firma Rendever entwickelt eine Virtual Reality-Lösung, die eine Art Videogespräch ermöglicht, allerdings in 3D. Herzstück ist eine 360-Grad-Kamera, an deren Standort man sich mit geeigneter Brille virtuell an einen bestimmten Raum begeben und in Echtzeit aufhalten kann.

Der Enkelsohn, der am anderen Ende des Landes wohnt, feiert das Ende seines Studiums? Die beste Freundin, die nach Spanien gezogen ist, lädt zu ihrem siebzigsten Geburtstag ein? Mit dieser Technologie wäre es auch einem gebrechlichen oder pflegebedürftigen Menschen möglich, an solchen wichtigen Ereignissen im Kreise der Lieben teilzunehmen – wenn ein echter Besuch nicht machbar ist.

Virtuell reisen – an vertraute Orte und in die Vergangenheit

Es lassen sich auch virtuelle Gruppenreisen organisieren, die gemeinsame neue Eindrücke ermöglichen und gemeinschaftliche Erinnerungen schaffen. Dazu finden sich die virtuell Reisenden an einem Ort ein, sei es ein Alten- oder Pflegeheim oder der Vereinssaal in der Kommune. Zusammen entdeckt man Los Angeles, bestaunt die Niagarafälle oder fliegt sogar zum Mond. Das weckt die Lebensgeister und fördert die Kommunikation sowie den Zusammenhalt unter den Bewohnern.

Unternehmen, wie Saturn, referenzieren in Werbekampagnen auf das Erlebnis smarter Lösungen, die Hilfen im Alltag oder beim Erreichen von Zielen sind.

Virtual Reality soll ältere oder pflegebedürftige Menschen aber nicht noch mehr isolieren. Während ein junger Gamer es genießt, in eine anderen Wirklichkeit abzutauchen, ist es für Senioren wichtiger, dass auch diese Technologie die Kommunikation, die Geselligkeit und zwischenmenschliche Beziehungen fördert.