Das VOX Generationenprojekt. Die Resultate.

Die BewohnerInnen einer Seniorenresidenz erhielten in einem Generationenprojekt des TV-Senders VOX Besuch von einer Gruppe 4jähriger. Klein und alt trafen sich mehrmals pro Woche. Es wurde gespielt, gebastelt, gemeinsam erforscht – jung und alt sind über den Zeitraum von sechs Wochen zusammengewachsen. Highlights waren ein Schlossbesuch, ein Sportfest, ein gemeinsam geplanter Bühnenauftritt und Spaziergänge im Park, in der beide Generationen die frische Luft genossen und neue Erfahrungen machten.

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Ziel des Generationenprojekts

Die Senioren sollen zufriedener und fitter sein.

Nach den 6 Wochen stand folgende Frage im Raum: Gibt es nachweisliche körperliche und mentale Veränderungen bei den SeniorInnen?

 

Die Antwort

Ja. Die 10 Kinder bewegten Großes bei den Alten. Warum? Die Senioren haben viel Zeit. Kinder wünschen sich ungeteilte Aufmerksamkeit – eine perfekte Symbiose zwischen den 2 Generationen.

 

Was es braucht, damit so ein Projekt funktioniert? Vertrauen, Offenheit, Abenteuerlust. Keine Angst vor intimen Fragen der Kinder haben, wie: „Warum hast Du so viele Falten in Deinem Gesicht?“ Keine Hemmungen haben, sich ein Partyhütchen aufzusetzen oder sein Gesicht bemalen zu lassen.

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Das Vertrauen und die Offenheit beider Generationen sind innerhalb der 6 Wochen immer stärker geworden. Die Kinder gingen auf die SeniorInnen zu und suchten sich ihre Bezugsperson aus.

 

Während die Erwartungen der SeniorInnen rund um die Resultate des Projektes eingangs verhalten, verängstigt und eher negativ waren („Ich glaube nicht, dass mein Leben nach den 6 Wochen viel anders aussehen wird“, „Ich hoffe, dass mich die Kinder mögen“) sind alle über die intensiven Beziehungen verwundert.

 

Franz (92) war zu Beginn des Projektes besonders skeptisch. „Soll ich mir 6 Wochen Kindergarten antun?“, dachte Franz. Nach Ende des Projektes sagte er: „Soviel, wie ich gelaufen bin, bin ich schon Jahre nicht gelaufen. Und dann habe ich mit 92 Jahren sogar den Laufwettbewerb beim Sportfest gewonnen.“

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Die Aussagen der Seniorinnen

„Es ist ein schönes Gefühl, wenn man gebraucht wird.“

„Ich freue mich immer, wenn ich die Kinder sehe. Weil es mir Spass macht.“

„Ich fühle mich freier. Ich bin nicht mehr so traurig.“

„Insgesamt geht es mir wesentlich besser. Viele Leute, die mich kennen, bestätigen mir das.“

„Man gewinnt Lebensfreude.“

„Ich bin stolz auf mich.“

„Nie ging es um mich. Mein ganzes Leben lang standen meine Kinder im Mittelpunkt. Jetzt geht es endlich nur um mich!“

„Ich habe viel mehr zu Wege gebracht, als ich mir zugetraut habe.“

„Der Umgang mit den Kindern lockert das Leben auf.“

„Man hat wieder mehr Spaß am Leben.“

„Man hat sich mehr getraut, um die Kinder nicht zu enttäuschen.“

„Ich bin lockerer, lustiger. Ich fühle mich jetzt viel wohler. Mir hat das Experiment richtig gut getan.“

 

Was die Mediziner sagen

Auch die Abschlussuntersuchungen sind überraschend für alle Beteiligten. Alle SeniorInnen sind mobiler, selbständiger, stärker und in viel besserem Zustand, sagen die Mediziner.

 

Die Bewegung und das Tanzen mit den Kindern habe dazu geführt, dass die SeniorInnen wieder mobiler wurden und sich dadurch wieder ganz andere Möglichkeiten ergaben. „Eine Arthrose im Knie kann man nicht heilen“, meint die Gerontologin, die das Projekt betreute, „aber ältere Menschen merken, dass man über einen Schmerz hinwegsehen kann.“

Copyright VOX / Die Handkraft der SeniorInnen verbesserte sich.

 

Bei der Abschlussuntersuchung fehlte plötzlich der Rollstuhl und der Rollator wurde weggestellt. Der Gesamtzustand hatte sich dramatisch verändert. Im Gleichgewichtstest und Mobilitätslauftest ist der Allgemeinmediziner, der die SeniorInnen untersuchte, besonders positiv überrascht. Beim Eingangstest zu Beginn des Projektes hatten sich manche SeniorInnen den Test gar nicht zugetraut.

Copyright: VOX / Der Rollator stört plötzlich und wird rasch weggeschoben.

 

Auch die Kinder profitieren vom Projekt

Die Kinder haben gelernt, im Umgang mit älteren Menschen Geduld zu zeigen. Sie sind älteren Menschen gegenüber offener als zuvor, gehen auf sie aktiv zu und vergrößern ihren Wortschatz.

 

Auch Wochen nach Projektende sind Kinder und SeniorInnen noch immer in Kontakt. Die Senioren und Kinder kehren regelmäßig in den Activity Raum der Seniorenresidenz zurück. Die Wiedersehensfreude ist immer unglaublich groß. Es haben sich Wahlverwandschaften gegründet. Die Freundschaften halten bis heute. Es wird telefoniert, geskypted, jung und alt treffen sich.

 

Eine Seniorin sagt: „Dass das publik gemacht wird, und sich dadurch Gruppen von jungen und alten Menschen bilden, das finde ich so wichtig. Ich hab’s erlebt, ich war dabei. Wenn man das ausbreiten könnte, in irgendeiner Form, wäre die Sendung ein großer Erfolg.“

 

Das Fazit

Ja, das Projekt hat nachhaltig funktioniert. Was das Projekt gezeigt hat, ist dass unser Blick auf die Interaktion der verschiedenen Generationen geschult werden sollte. Nicht nur über die Vernetzung der Generationen philosophieren, sondern ins Tun gehen. Die Freude, die entsteht, kennt keine Grenzen.