Die Börsenoma: Reich erst im Ruhestand

Beate Sander, liebevoll Börsenoma genannt, ist deutsche Finanzexpertin und Bestseller-Autorin. Eine reiche Autorin. Zu ihrem Vermögen kam sie allerdings erst nach ihrer Karriere als Lehrerin, im Ruhestand. Ihre erste Aktie erwarb sie mit 59 Jahren. Mit ihr kam das Interesse an anderen Aktien, dann folgten die Millionen. Bald schon will sie ihre dritte haben, schildert sie in Interviews.

Geschrieben hat die 82-Jährige immer schon gern. Doch erst im Ruhestand startete Beate Sander eine völlig neue Karriere. Mit ihrem Expertenwissen und klugem Geld anlegen hat sie innerhalb kurzer Zeit so viel Geld verdient, wie so mancher Geschäftsmann in seinem ganzen Leben nicht.

Wie hat die ehemalige Lehrerin das geschafft? Wie können Menschen, die sich keinen finanziellen Polster erspart haben, trotzdem ihr Kapital vermehren?

„Es ist nie zu spät“, sagt Börsenoma Sander in einem Interview. „Es nützt nichts, wenn man 60 ist und jeder sagt: ‚Sie hätten schon vor 30 Jahren anfangen sollen.‘ Nachdem wir heute länger leben, hat man sogar als Seniorin noch eine Menge Zeit. Es kommt dann nur darauf an, wie viel Geld, Wissen, Zeit und Lust man hat, etwas bezüglich seiner Kapitalvermehrung zu machen. Es gibt nichts Schlechteres, als 30 Jahre lang von einer spärlichen Rente dahinzuleben und sich kein schönes Leben leisten zu können. Man muss es angehen.“

Viele Menschen haben keine Rücklagen und gerade Frauen sind im Ruhestand häufig von Altersarmut betroffen. Wie macht man es Frau Sander also nach?

Früh starten

Beate Sander glaubt daran, den Ruhestandsbeginn in die spätere Lebensphase zu verlegen. Im Schnitt habe man ein um zwölf Jahre längeres Leben, als vor einigen Jahrzehnten. Warum solle man dann nicht länger arbeiten? Natürlich käme es darauf an, welchen Beruf man hat.

Man könne natürlich weniger arbeiten, nicht jeden Tag, nicht Vollzeit, sondern Teilzeit und auch mal ehrenamtlich. Man solle vor allem arbeiten, weil es einem Spaß macht. ‍

Ihr Aufruf: „Starten Sie Ihre Altersvorsorge so früh wie möglich – sei es mit Sparplänen oder Einmalanlage. Weg vom schleichenden Kapital-Vernichter Sparbuchhin zu Einzelaktien, ETFs und aktiven Aktienfonds in den Zeiten der Null- und Strafzinsen! Wenn Sie im Schnitt in 50 Jahren zehn Jahre länger leben und in 75 Jahren 15 Jahre geschenkt bekommen, soll dies nicht in Armut, sondern in finanzieller Freiheit geschehen.

Einen kühler Kopf bewahren

Kursrückgänge zählen zum Alltag an der Börse. Was steigen will, muss vorher fallen. Eine alte Weisheit, die oft ignoriert wird. Da wird plötzlich panisch alles verkauft, weil die Angst vor Verlusten allmächtig wird. Beate Sander nutzt Kursrückgänge und sogar einen Börsencrash, um ihr Depot aufzustocken. Denn die Schnäppchenjägerin weiß: in dieser Zeit lässt es sich am günstigsten einkaufen.

Börsenoma spekuliert international – Foto von Markus Spiske von Pexels.com

Sie sagt: „Überlegen Sie, welche Zukäufe sich in der Krise lohnen. McDonalds, Apple oder Siemens werden nicht vom Markt verschwinden, wenn die Aktien mal eine Talfahrt erleben. Betrachten Sie Kursverluste wie Sonderangebote im Supermarkt: Jetzt heißt es einkaufen!“

Der Großteil der Anleger kaufe, wenn die Kurse oben sind, und wundere sich dann, wenn die Aktien fallen.

Irgendwann ist jeder Crash vorbei

Dann sollte auch klar sein, wann verkauft werden sollte: Wenn Wertpapiere, die günstig erstanden wurden, ein Kurshoch erleben. Nur so lasse sich an der Börse wirklich Geld verdienen. Eine Einsicht, die Frau Sander mit allen erfolgreichen Anlegern teilt.

Falls Sie sich Sorgen machen, dass Sie in solchen Momenten keine Käufer finden, können Sie beruhigt sein: Da viele Anleger nur dann kaufen, wenn die Kurse „oben“ sind, sollten Sie keine Probleme haben, Ihre Investments zu Top-Preisen loszuwerden.

Langfristig planen

Die Börsenoma investierte vor 20 Jahren 30.000 DM. Rund 13 Jahre später war sie Millionärin. Ihr Erfolg kam also nicht über Nacht. Viele Anleger erwarten an der Börse ein Wunder. Sie investieren Geld und sind dann frustriert, wenn es sich nicht innerhalb eines Jahres vervielfacht. Es braucht Geduld, Zeit, sich zu informieren und strategisches Denken.

An der Börse reich zu werden, erfordert einen Plan und viel Geduld, sagt Sander. „Setzen Sie sich ein Ziel, das sie in 10 Jahren erreichen möchten. Dann brechen Sie es herunter: Wo könnten Sie in fünf Jahren stehen? Was müssen Sie dazu in jedem dieser Jahre tun? Am Ende machen Sie sich einen Plan für die nächsten 12 Monate und legen los.“

Wer von langfristiger Planung spricht, sollte auch das Thema ETF in seinem Portfolio berücksichtigen. Dabei handelt es sich um sogenannte Indexfonds. Diese orientieren sich am Aktienindex, in Deutschland wäre dies beispielsweise der DAX. Der ETF kauft also DAX-öüAktien und spiegelt so die Wertentwicklung des Index wieder. Es ist sicherlich keine Methode, um über Nacht reich zu werden, dafür ist es langfristig ein realistischer Weg zur Geldvermehrung.

Auf Vielfalt setzen

Ein erfolgreicher Spieler hat immer noch einen Trumpf im Ärmel – dieser Satz stammt aus dem Glücksspiel. Bei Aktienkäufen spricht man vom „Streuen“. Es bedeutet, nicht auf ein einzelnes Pferd zu setzen, sondern stets mehrere Pferde im Rennen zu haben. Trotz aller Strategien und Planung lässt sich nie exakt vorhersagen, was passieren wird. Vielleicht strauchelt eines Ihrer Pferde. Dafür überrascht ein anderes mit Top-Leistungen, die so nicht vorhersehbar waren.

Ein gesundes Portfolio stellt eine Mischung aus konservativen und spekulativen Wertpapieren dar. Hier der ETF, dort Anteile an einem jungen Unternehmen, das vielversprechend ist. Plus andere interessante Titel, die mittel bis langfristig Ihr Vermögen aufbauen.

Körper Seele Geist

Die Börsenoma macht regelmäßig Fitness. Sie können auch Radfahren, Schwimmen oder ‚Walken‘. Hauptsache, Sie halten sich fit, um Ihren kommenden Reichtum bei bester Gesundheit genießen zu können.

Hier ist der Link zum letzten Buch von Beate Sander: LINK