Hausmittel von Oma und Opa, die wirken

Der Herbst steht vor der Tür. Die erste Erkältung klopft an und die Apotheken stellen Zusatzpersonal ein. Wenn die Nase läuft und der Husten den Nachtschlaf stört, empfehlen KräuterexpertInnen erprobte Rezepte aus der regionalen Volksmedizin. Alle Hausmittel haben eines gemeinsam: Sie sind leicht anzuwenden und werden schon seit Generationen innerhalb der Familien weitergegeben.

Zitronenmelisse. Quelle: Canva.com

Guter Atem auf natürliche Weise

Für frischen Atem brauchen Sie keine Chemie aus dem Drogeriemarkt. Selbst gemachtes Mundwasser mit ätherischen Ölen ist schnell und einfach zubereitet und duftet angenehm. Natron macht den pH-Wert leicht basisch, das schafft zusammen mit den ätherischen Ölen ein gutes Milieu für eine gesunde Flora in der Mundhöhle.

Zubereitungsdauer: 3 Minuten (plus Auskühlungszeit)

  • 250 ml Wasser (abgekocht)
  • 1 TL Natron
  • 5 Tropfen ätherisches Minzöl
  • 5 Tropfen ätherisches Teebaumöl

Zubereitung

  1. Das Wasser in eine Flasche (250 ml) geben und Natron, Minz- und Teebaumöl dazugeben.
  2. Gut schütteln.

Anwendung

Das Mundwasser vor jedem Gebrauch gut schütteln. Den Mund mit einem Esslöffel Mundwasser spülen. Danach ausspucken.

 

Die positive Wirkung von Ölziehen auf die Gesundheit

Hausmittel aus der Natur zu verwenden ist manchmal nicht angenehm. Mit Öl zu gurgeln ist sicher nicht der kulinarische Höhepunkt des Tages. „Aber da musst Du durch“, hat meine Oma gesagt. Und recht hatte sie.

Das Ölziehen mit Sonnenblumenöl bringt die Mundflora ins Gleichgewicht und stärkt die Immunabwehr. Der traditionellen indischen Heilkunde zufolge soll Ölziehen mit Sesam-, Oliven-, Kokos- oder Sonnenblumenöl sowohl schädliche Bakterien wie auch Schadstoffe anziehen und lösen. Danach wird das Öl einfach ausgespuckt.

Diese Art der Mundspülung soll nicht nur für gesunde Zähne sorgen, sondern sogar Abhilfe bei Kopfschmerzen, Hautproblemen, Rheuma, Arthrose sowie eine Besserung von Blasen- und Nierenleiden bewirken. Medizinisch bewiesen ist das nicht. Wer aber danach geht, der glaubt an die Kraft der Pflanzenheilkunde sowieso nicht.

 

Sonnenblumenöl. Quelle: Canva.com

Was brauchen Sie dazu?

1 TL kalt gepresstes Sonnenblumenöl oder Öle wie oben erwähnt.

Wie wenden Sie es an?

Das kalt gepresste Öl am Morgen nüchtern im Mund hin- und herbewegen. Das Ölziehen sollte 10 bis 20 Minuten dauern, danach das Öl ausspucken. Anschließend Zähne putzen und eventuell mit stark verdünntem Essig nachspülen.

Hausmittel mit Lungenkraut

Kaum ändern sich die Temperaturen, mühen sich viele Menschen mit Erkältungskrankheiten herum. Die Schleim- und Gerbstoffe des Lungenkrauts lindern Reizhusten und helfen bei Entzündungen der oberen Atemwege und Bronchitis. Das Kraut wirkt reizmildernd, auswurffördernd und beruhigt die Schleimhaut.

Lungenkraut. Quelle: Canva.com

Anwendung als Tee oder Tinktur

  • Als Tee. Einen Teelöffel Lungenkraut mit 1/4 Liter Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und mit Honig trinken.
  • Für eine Tinktur wird das frische Lungenkraut in 40-prozentigem Alkohol angesetzt und einen Monat ausgezogen. Davon werden 3-mal täglich 20 Tropfen in Wasser verdünnt eingenommen. Bei Erkältungskrankheiten wurde Erkrankten früher auch gerne heißes Bier mit Honig und anderen Zutaten gegeben. Ein gehäufter Esslöffel getrocknetes Lungenkraut, mit einem halben Liter heißem Bier aufgegossen, galt als gute Arznei bei Heiserkeit und Halsweh.

In den Schriften der alten Heilkundigen findet sich das Lungenkraut noch kaum. Interessant ist ein Lungenbier, das im Bayerischen Wald gesotten wurde. In manchen Gegenden hatte das Lungenkraut den Namen Unserer-Lieben-Frauen-Milchkraut, der auch von den weißen Flecken auf den Blättern inspiriert wurde. Pfarrer Kneipp lobte das Lungenkraut als Heilmittel und verbreitete Wissen darüber.

 

Herpes im Herbst

Mein Sohn geht seit Anfang September in die Vorschule. Jeden Tag betont er, dass es ihm ’sehr gut‘ gefällt. Nach einer Woche sehe ich auf seiner Oberlippe eine Fieberblase. Das mag verschiedene Gründe haben. Das kühle Wetter, ein Wasserglas, das ein Vorschulkind mit ihm geteilt hat oder auch die neue Umgebung. Stress gilt nämlich auch als Herpes-Auslöser. Stress schwächt das Immunsystem enorm. Menschen in aufregenden Lebensphasen erleben regelmäßig Herpes-Schübe. Die Stärkung des Immunsystems muss also gemeinsam mit Stressmanagement im Mittelpunkt jeder langfristigen Herpes-Therapie stehen. Je nach Konsequenz, mit der die immunstärkenden Maßnahmen umgesetzt werden, steigen die Chancen für eine Zukunft ohne Herpes.

Zur Behandlung werden häufig Fieberblasencremes mit antiviralen Wirkstoffen verwendet, zum Beispiel mit Aciclovir, Penciclovir oder Zinksulfat. Doch mehr und mehr Menschen entwickeln Resistenzen gegen oben genannte Substanzen. Ich bevorzuge die gute alte Pflanzenheilkunde und habe recherchiert.

Frischen Knoblauch auf die Lippe. Quelle: Canva.com

Diese Hausmittel helfen gegen Fieberblasen

Folgende natürliche gewonnene Wirkstoffe dieser Heilmittel aus der Natur helfen gegen Fieberblasen:

  1. Melisse: Die nach Zitrone duftende Melisse findet bereits seit Jahrhunderten in der europäischen Pflanzenheilkunde Anwendung. Melisse wirkt beruhigend und antiviral. Der hoch konzentrierte Extrakt aus der Zitronenmelisse ist der einzige Wirkstoff, der Lippenherpes sogar vorbeugen kann.
  2. Ringelblume: Auch die altbewährte Ringelblumensalbe stoppt Viren und hat somit ein starkes antivirales Potenzial.
  3. Knoblauch: Knoblauch wirkt antibakteriell und befreit rasch, aber geruchsintensiv, von der Fieberblasenqual. Sobald die ersten Herpesbläschen sichtbar sind, sofort eine Knoblauchzehe zerteilen und diese zehn Minuten lang auf die betroffene Stelle legen. Anschließend die Hautstelle mit Wasser abtupfen. Das Ganze mehrfach täglich wiederholen.
  4. Honig: Bei Lippenherpes wird Honig mehrmals täglich auf die Lippen gestrichen. Verstärkt wird der Effekt, wenn Sie täglich mehrere Teelöffel Honig einnehmen. Achten Sie aber auf eine gute Bioqualität.

Hier noch ein Buchtipp:

„Hausmittel: In einfacher Anwendung zum Heilen und Lindern“ von Karin Buchart. 

Wir wünschen Ihnen einen gesunden Start in den Herbst!