Mundschutzmasken: Vom Wohnzimmer zur Nähstube

Die Corona-Pandemie hat weltweit zu einem sprunghaftem Anstieg der Nachfrage nach Schutzausrüstung geführt. Weil die Firmen, die Mundschutzmasken produzieren, nicht so schnell liefern können, haben Betroffene angefangen, sich selbst zu helfen und den Mundschutz zu Hause zu nähen. „Auch wenn anfangs gesagt wurde, dass die Stoffmasken keinen Schutz im medizinischen Bereich bieten, könnten sie doch helfen, sich sicherer zu fühlen“, sagt Ovital Pflegefachkraft Michaela Zittlau.

Der Schutz für Nase und Mund kann aber tatsächlich auch helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Und zwar dann, wenn ihn ein bereits Infizierter trägt. Da die durch das Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 bei vielen nur mit milden oder sogar ohne Symptome verläuft, merken viele nicht, dass sie sich infiziert haben. Dadurch ist das Tragen eines Mundschutzes keineswegs eine übertriebene Vorsichtsmaßnahme.

Kinderstoffe begeistern SeniorInnen

Pflegefachkraft Michaela von Ovital Pflege und ihre Freundin Lisa haben in der letzten Woche 40 Masken für das gesamte Pflegepersonal von Ovital genäht. Michaela sagt: „Unsere Kunden finden das total witzig. Wir haben vorwiegend Kinderstoffe verwendet. Also laufen unsere Pflegerinnen und Pfleger mit kleinen Baggern und Dinosauriern am Gesicht herum.“

Das Ovital Pflegeteam mit den handgemachten Mundschutzmasken. Foto: Ovital

45 Minuten pro Maske

Michaela fährt fort: „Begonnen hat alles, weil wir keine Mundschutzmasken bekommen haben. Unser Chef versucht seit Wochen, welche zu bekommen. Es werden ihm Mengen von mindestens 100.000 Stück angeboten oder gar keine. Also haben wir begonnen, für uns selbst welche zu nähen. Die sind dann so gut angekommen, dass unsere KollegInnen auch welche wollten.“

Es dauert ca. 45 Minuten, um eine Maske herzustellen. Michaela erklärt: „Zuerst muss der Stoff zugeschnitten werden, dann wird genäht, dann die Falten reingebügelt, dann wieder genäht. Wir beginnen gleich nach der Arbeit und sind bis 22:30h mit dem Nähen beschäftigt. Jede von uns schafft 5-6 Masken pro Tag. Wir haben bislang 40 Stück genäht. Die Nachfrage ist riesengroß.“

Mundschutzmasken ‚Made by Ovital‘ – die beiden Freundinnen arbeiten für das Gemeinwohl. Foto links: Michaela Foto Mitte: Lisa

Ovital Pflege Geschäftsführer und Superman Ralf Novy von Ovital sponserte Materialkosten, Michaelas Freundin Lisa viele Ballen Stoff und beide Damen investierten enorm viel Zeit.

Mundschutzmasken: Chef Ralf Novy trägt Superman-Design – Foto: Ovital

Hier ist eine Anleitung zum Selbernähen: https://www.burdastyle.de/mundschutz_tutorial