Werden Sie Leihoma und bleiben Sie fit!

Enkel halten jung

500 Senioren hat eine Berliner Altersstudie über einen Zeitraum von 20 Jahren beobachtet. Die einen kümmerten sich um ihre Enkel. die anderen nicht. Es hat sich gezeigt: Großeltern, die sich um ihre Enkel kümmern, haben ein geringeres Sterberisiko. Hintergrund ist, dass Kinder den Stress der Großeltern reduzieren können.

Außerdem bleiben Großeltern geistig fit, wenn sie sich mit ihren Enkeln regelmäßig auseinandersetzen. Wer sich außerdem regelmäßig mit anderen Großeltern, Eltern und deren Kindern trifft, geselliger ist, verbessere seine sozialen Aktivitäten.

Das beste Testergebnis haben Senioren, die einmal in der Woche auf ihre Enkelkinder aufpassen. Studien hatten in der Vergangenheit bestätigt, was lange vermutet wurde. Auch das Risiko für Demenz und Alzheimer verringert sich.

Doch was tun, wenn es keine Enkel gibt oder diese zu weit weg wohnen?

 

Leihen Sie sich welche

Leih-Großeltern werden aber immer stärker nachgefragt. Das hat verschiedene Gründe. Beide Elternteile müssen arbeiten. Aufgrund der gestiegenen Mobilität leben die Großeltern nicht mehr in der Nähe. Dennoch ist das Bedürfnis nach generationenübergreifendem Austausch und Unterstützung groß. Warum also nicht neue Formen der Familienbande in der Nachbarschaft knüpfen?

Kinder erleben im Umgang mit der älteren Generation das Miteinander von Jung und Alt. Eltern werden durch die Hilfe der Leihgroßeltern entlastet. Die dadurch entstehenden sozialen Beziehungen werden von allen Beteiligten als Bereicherung des Alltags erlebt.

Leihoma Frieda erzählt

Frieda, Leihoma aus Koblenz erzählt: „Manche Mütter und Väter sind in der Erziehung sehr streng.“ Frieda gibt zu, auch bei der Erziehung ihres eigenen Sohnes, der heute 45 ist, noch nicht die innere Ruhe gehabt zu haben. Diese innere Ruhe und unerschöpfliche Geduld hat sie jetzt mit ihren “Leihenkeln”. Die Kinder haben Vertrauen zu ihr gefasst und vertrauen sich ihr an, wenn sie etwas belastet.

Wir fragen: „Warum sind Sie Leihoma geworden, Frau Frieda?“ Sie antwortet lächelnd: „Mein Traumberuf war Kindergärtnerin. Doch meine Eltern verwehrten mir diesen Wunsch. Jetzt bin ich in Rente und habe mit einigen Jahrzehnten Verspätung doch zur Kinderbetreuung gefunden: als Leihoma.“

Zudem ergibt sich durch diese Tätigkeit in vielen Fällen ein kleiner Nebenverdienst, der geeignet ist, die eigene Rente aufzubessern.

 

Wovon profitieren Leih-Großmütter und Leih-Großväter?

Gemeinsame Ausflüge mit den „Leihenkeln und Leihenkelinnen“ sorgen bei den Senioren für viel Bewegung und Spaß im Alltag. Die Kinder profitieren bei diesem Prinzip von der Erfahrung der Senioren.

Auf der anderen Seite lernen die Senioren die Probleme der jungen Generationen kennen und besser verstehen. Dieses Prinzip der Gegenseitigkeit findet im Alltag leider nur allzu selten Anwendung. Gerade alleinstehende Senioren, die keine Kinder und daher keine Enkel haben, erleben als Leihgroßeltern das Gefüge einer Familie.

Einen kurzen Einblick in den Leih-Oma-Alltag finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=6hyYIZm3s9Q

Ein berührendes Beispiel eines englischen Opas, der vom kleinen Daniel als Leih-Opa ausgewählt wurde: https://www.facebook.com/BBCOne/videos/2281498438533900/

 

Wie komme ich zu meinem Leih-Enkel?

Mutter-Kind-Zentren sowie Kinderbetreuungseinrichtingen sind generell gute Anlaufstellen. In Dortmund gibt es das Projekt „Dortmunder Wunschgroßeltern“. Das ist eine Kooperation des Familienprojektes Dortmund und dem Mütterzentrum Dortmund e.V., das mittlerweile Dutzende Familien auf der Warteliste hat. (http://www.muetterzentrum-dortmund.de/Angebote/Wunschgrosseltern/139631,1031,140049,-1.aspx)

Es gibt auch Online-Plattformen, wie https://www.betreut.de/, auf denen nach Leih-Enkeln bzw. Leih-Großeltern gesucht werden können.